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StromWert

Data Center · KI-Server Stromversorgung

Stromversorgung für KI-Server und GPU-Racks

Ein einzelner GPU-Server mit acht Grafikprozessoren zieht so viel Leistung wie ein ganzer Büroflur. Wer KI im eigenen Betrieb rechnen will, muss deshalb früh klären, ob Hausanschluss, Verteilung, USV und Kühlung das tragen. Hier steht, mit welchen Leistungen Sie rechnen müssen und wie wir die Versorgung aufbauen.

Wie viel Leistung ein KI-Server braucht

Maßgeblich ist die maximale Systemleistung aus dem Datenblatt des Herstellers, nicht die durchschnittliche Last. Beim Training laufen GPUs über Stunden nahe an ihrer Höchstleistung; Versorgung und Kühlung müssen dafür ausgelegt sein. Einige Beispiele aus den Herstellerangaben von NVIDIA:

SystemLeistung laut HerstellerEinordnung
DGX Spark240 W NetzteilArbeitsplatzgerät, normale Steckdose
DGX Station (GB300)1,6 kWArbeitsplatzsystem, eigener Stromkreis empfohlen
RTX PRO 6000 Blackwell Server Editionbis 600 W je GPUServer mit mehreren Karten, je nach Bestückung einige Kilowatt
DGX H100 / H20010,2 kW max.Server mit 8 GPUs, luftgekühlt, sechs Netzteile 200–240 V
DGX B200ca. 14,3 kW max.Server mit 8 GPUs, luftgekühlt, sechs Netzteile 200–240 V
DGX GB200 / GB300 NVL72ca. 120 kW je Rackganzes Rack, Flüssigkühlung der Chips erforderlich

Quelle: Datenblätter und Benutzerhandbücher von NVIDIA, abgerufen am 24.10.2026. Server anderer Hersteller mit denselben GPUs liegen in derselben Größenordnung; maßgeblich ist immer das Datenblatt des konkreten Systems.

Vom Server zum Rack: Kilowatt pro Schrank

Ein klassisches Server-Rack in einem Unternehmensrechenzentrum liegt in der Praxis meist bei 10 bis 30 kW. Zwei bis drei GPU-Server der Klasse DGX B200 in einem Schrank kommen bereits auf rund 29 bis 43 kW, ein Rack der GB200-Klasse auf rund 120 kW. Dazwischen liegt eine Grenze, die für die Planung entscheidend ist: Mit Luft lassen sich nach Herstellerangaben aus der Kühltechnik etwa 20 bis 30 kW pro Rack abführen, darüber braucht es wassergeführte Rücktür-Wärmetauscher oder Flüssigkühlung direkt an den Chips.

Für den Mittelstand heißt das: Ein oder zwei GPU-Server passen oft noch in den vorhandenen Serverraum, wenn Stromkreise, USV und Klimatisierung nachgerüstet werden. Ab mehreren Racks oder einer Last von einigen zehn Kilowatt rund um die Uhr wird ein eigener Raum oder ein Container-Rechenzentrum auf dem Gelände wirtschaftlicher.

10–30 kW
klassisches Rack, in der Praxis üblich, Luftkühlung
≈ 29–43 kW
zwei bis drei 8-GPU-Server der Klasse DGX B200 je Rack, über der Grenze klassischer Raumluftkühlung, in der Praxis oft mit Rücktür-Wärmetauschern
≈ 120 kW
Rack der GB200-NVL72-Klasse, Flüssigkühlung der Chips erforderlich

Elektrische Auslegung: Absicherung, Verteilung, Redundanz

  • Netzteile und Redundanz

    Ein DGX B200 hat sechs Netzteile mit je 3,3 kW an 200–240 V; fünf reichen für den Betrieb, eines ist Reserve. Beim DGX H100 sind es vier plus zwei. Sinnvoll ist, die Netzteile auf zwei getrennte Versorgungswege (A/B) zu verteilen, damit der Ausfall einer Verteilung den Server nicht abschaltet.

  • Stromkreise und Unterverteilung

    GPU-Server laufen nicht an der Schuko-Steckdose. Gebraucht werden Rack-Stromverteilungen (PDUs) an dreiphasigen Abgängen, passend dimensionierte Leitungen und Schutzorgane sowie eine Unterverteilung, die die Dauerlast trägt. Die Auslegung im Detail übernimmt die Elektrofachplanung nach den Herstellerangaben.

  • Hausanschluss und Hauptverteilung

    Wir prüfen anhand Ihres Lastgangs, ob Hausanschluss, Trafo und Hauptverteilung die zusätzliche Dauerlast neben dem laufenden Betrieb tragen. Reicht das nicht, beantragen wir die Leistungserhöhung oder einen eigenen Anschluss beim Netzbetreiber.

  • USV und Netzersatz

    Eine Online-USV hält die Server bei Netzstörungen ohne Unterbrechung am Laufen; eine Netzersatzanlage übernimmt bei längeren Ausfällen. Ein Batteriespeicher ergänzt beides, ersetzt aber keine USV, solange er nicht dafür ausgelegt ist.

  • Kühlung als elektrische Last

    Die Kühlung braucht selbst Strom: Klimageräte, Pumpen und Rückkühler laufen mit. Bei der Auslegung des Anschlusses zählt deshalb die IT-Leistung plus Kühlung und Verluste, nicht nur die Server.

  • Messung und Monitoring

    Eigene Zähler für IT, Kühlung und Gebäude zeigen, wo der Strom bleibt. Das ist die Grundlage für die Auslegung von PV und Speicher und, bei größeren Anlagen, für die Kennzahlen nach dem Energieeffizienzgesetz.

Mehr zur unterbrechungsfreien Versorgung: USV und Notstrom für Rechenzentren.

Kühlung und Abwärme

Fast jede Kilowattstunde, die ein KI-Server aufnimmt, wird zu Wärme. Ein Server mit 14 kW heizt wie mehrere große Heizkörper, ohne Pause. Luftgekühlte Server geben die Wärme an die Raumluft ab; Klimatisierung und Luftführung müssen das schaffen. Flüssiggekühlte Systeme führen die Wärme über einen Wasserkreislauf ab, mit deutlich höheren Temperaturen.

Diese Abwärme lässt sich nutzen, etwa über eine Wärmepumpe für Hallen, Büros oder Prozesswärme. Ob sich das rechnet, hängt vom Temperaturniveau und vom Wärmebedarf am Standort ab. Für Rechenzentren ab 300 kW nicht redundanter Nennanschlussleistung schreibt das Energieeffizienzgesetz Effizienz- und Abwärmekennzahlen vor; kleinere Anlagen im Mittelstand liegen oft darunter.

PV und Batteriespeicher für die Dauerlast

Ein KI-Server zieht Tag und Nacht nahezu gleichmäßig Leistung. Für Solarstrom ist das ein idealer Abnehmer: Solange die PV-Leistung unter der Dauerlast bleibt, wird jede Kilowattstunde vom Dach im Betrieb verbraucht. Ein Batteriespeicher verschiebt den Mittagsüberschuss in Abend und Nacht und kappt Lastspitzen, etwa wenn große Rechenläufe starten.

Zur Größenordnung: In Berlin und Brandenburg erzeugt ein Kilowatt PV-Leistung üblicherweise rund 950 bis 1.060 Kilowattstunden im Jahr, je nach Ausrichtung. Ein Server mit 14 kW Dauerlast braucht im Jahr etwa 123 MWh. Eine PV-Anlage deckt davon einen Teil, das Netz bleibt die Grundversorgung.

14 kW × 8.760 h ≈ 123 MWh
Jahresbedarf eines 8-GPU-Servers bei Volllast, ohne Kühlung
1 kWp ≈ 950–1.060 kWh
Jahresertrag PV in Berlin/Brandenburg, je nach Ausrichtung (PVGIS)
60 kW × 8.760 h ≈ 525 MWh
Jahresbedarf eines Container-Rechenzentrums mit 60 kW Dauerlast

Rechenbeispiel und Ablauf für ein Rechenzentrum auf dem eigenen Gelände: On-Prem-Rechenzentrum mit PV und Batteriespeicher.

Zeitplan: Erst der Strom, dann die Hardware

GPU-Server sind in der Praxis oft schneller geliefert als die Leistung am Netzanschluss. Eine Leistungserhöhung oder ein neuer Mittelspannungsanschluss braucht beim Netzbetreiber viele Monate. Mittelspannungstransformatoren haben nach Herstellerangaben derzeit Lieferzeiten von etwa sechs bis zwölf Monaten, Schaltanlagen kommen hinzu. Deshalb klären wir die Anschlussfrage, bevor Hardware bestellt wird.

  1. 01

    Bedarf

    Welche Systeme, wie viele, welche Ausbaustufen? Daraus ergibt sich die Dauerlast plus Kühlung.

  2. 02

    Bestand prüfen

    Lastgang, Hausanschluss, Hauptverteilung, Serverraum und Aufstellfläche.

  3. 03

    Energiekonzept

    Anschluss, Verteilung, USV, Netzersatz, PV und Speicher für Ihren Standort.

  4. 04

    Anmeldung

    Leistungserhöhung oder Netzanschluss beim Netzbetreiber, bis zur Zusage.

  5. 05

    Errichtung

    Elektrische Einbindung, Prüfung und Inbetriebnahme, dann kommt die IT.

Häufige Fragen zur Stromversorgung von KI-Servern

Wie viel Strom verbraucht ein KI-Server?

Ein Server mit acht GPUs der aktuellen Generation nimmt laut Herstellerangaben bis etwa 10 bis 15 kW auf, ein DGX B200 zum Beispiel rund 14,3 kW. Bei Volllast rund um die Uhr sind das gut 120 MWh im Jahr, ohne Kühlung. Kleinere Systeme mit einzelnen Karten liegen bei einigen hundert Watt bis wenigen Kilowatt.

Wie viel Leistung braucht ein GB200-NVL72-Rack?

NVIDIA gibt für ein Rack der Klasse DGX GB200 bzw. GB300 NVL72 rund 120 kW an. Die Chips werden flüssig gekühlt; ein solches Rack braucht eine eigene Infrastruktur für Strom und Kühlung und ist für die meisten Mittelständler eher ein Fall für ein Container- oder Rechenzentrumsprojekt als für den Serverraum.

Reicht eine normale Steckdose für einen GPU-Server?

Für Arbeitsplatzgeräte mit einigen hundert Watt ja. Server mit acht GPUs nicht: Sie haben mehrere Netzteile mit je 3,3 kW an 200 bis 240 V und brauchen Rack-Stromverteilungen an dreiphasigen Abgängen, passende Leitungen und Absicherung sowie eine USV.

Kann ein KI-Server im vorhandenen Serverraum stehen?

Ein oder zwei Server oft ja, wenn Stromkreise, USV und Klimatisierung nachgerüstet werden. Entscheidend sind die Wärmeabfuhr und die Dauerlast am Hausanschluss. Ab mehreren Racks oder einigen zehn Kilowatt rund um die Uhr ist ein eigener Raum oder ein Container auf dem Gelände meist die bessere Lösung.

Ab wann braucht man einen Mittelspannungsanschluss?

Das legt der Netzbetreiber in seinen technischen Anschlussbedingungen fest. In der Praxis wird ab einigen hundert Kilowatt Anschlussleistung ein Anschluss an der Mittelspannung mit eigener Trafostation üblich. Wir prüfen das für Ihren Standort und stellen den Antrag.

Kann eine PV-Anlage einen KI-Server versorgen?

Teilweise. Eine PV-Anlage liefert tagsüber und vor allem im Sommer; der Server läuft rund um die Uhr. Der Solarstrom wird bei einer Dauerlast fast vollständig selbst verbraucht und senkt die Stromkosten, die Grundversorgung bleibt aber beim Netz. Ein Batteriespeicher verschiebt Überschüsse in den Abend.

Gilt das Energieeffizienzgesetz für unseren KI-Server?

Für die meisten Installationen im Mittelstand nicht. Die Pflichten für Rechenzentren gelten derzeit ab 300 kW nicht redundanter elektrischer Nennanschlussleistung. Eine Änderung der Schwelle ist im Gesetzgebungsverfahren, der Bundestag hat noch nicht entschieden.

Liefert StromWert auch die Server?

Das hängt vom Projekt ab. Server und Rechenzentrums-Container können Sie beim Hersteller oder IT-Dienstleister kaufen oder leasen; wie wir die Beschaffung aufsetzen, besprechen wir gern mit Ihnen. Wir arbeiten herstellerneutral und übernehmen in jedem Fall Netzanschluss, Energieversorgung mit PV und Speicher, elektrische Einbindung und die Koordination bis zur Inbetriebnahme.

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Rechenzentrum auf dem eigenen Gelände: On-Prem-KI-Rechenzentrum. Unterbrechungsfreie Versorgung: USV und Notstrom. Größere Rechenzentren bis zur Hochspannung: AI Data Center Power. Lastspitzen kappen: Peak-Shaving.

Sie planen GPU-Server im Betrieb? Sprechen wir 15 Minuten über Leistung, Anschluss und Kühlung.